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Aus dem Evangelium nach Johannes  (17, 1-11a)

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sagte: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht! Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war! Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben und sie haben dein Wort bewahrt. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gabst, habe ich ihnen gegeben und sie haben sie angenommen. Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt und ich komme zu dir.

Predigtgedanken

Im Evangelium dieses Sonntags geht es ums Beten. Beten will gelernt sein, wie alles im Leben. Wir dürfen uns freuen über Eltern, die mit ihren Kindern beten, weil sie, die Eltern, Vertrauen ins Leben und in Gott haben und weil sie dieses Vertrauen mit ihren Kindern teilen möchten; weil sie wissen, dass sie so vieles Gott verdanken und nicht sich selbst, und weil sie diese Einsicht ihren Kindern weitergeben wollen; weil sie Sehnsucht im Herzen tragen nach dem Mehr des Glaubens und der Hoffnung und weil sie diese Sehnsucht in den Herzen ihrer Kinder wach halten möchten. Beten will eingeübt werden: zuerst und vor allem zuhause bei und mit Eltern und Geschwistern, bei und mit Großeltern, wie auch in Kindergärten und Kinderkirche oder bei der Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung und schließlich in den Gottesdiensten in unserer Pfarrkirche.

Beten mit Herz und Hand, mit Hand und Fuß. Beten mit allem, was wir haben. So unterschiedlich geprägt, so vielfältig und reich sind deswegen in unserer Pfarrgemeinde normalerweise auch die Gebete und Gottesdienste. Im Augenblick, in dieser Zeit der Corona-Krise, ist vieles davon noch nicht wieder möglich. Mit strengen Hygienevorschriften und mit körperlichem Abstand, mit Mund-Nasen-Schutz und damit verbunden mit nicht ganz so befreitem Singen sind unsere sonst so schönen und festlichen Gottesdienste einfach ärmer. Das ist ja auch einer der Gründe, warum wir uns in unserem großen Seelsorgeteam entschieden haben, unter diesen fast schon klinischen Bedingungen wollen wir erst mal keine Eucharistie feiern.

Viele kommen zur Zeit auch nicht oder noch nicht zu den gemeinsamen Gottesdiensten in der Kirche - aus Sorge um die eigene Gesundheit oder aus Rücksichtnmahme auf Andere, oder auch aus dem Empfinden heraus, dass das gemeinsame Beten unter diesen Umständen vielleicht erst mal zurückstehen kann. Ich kann das alles gut verstehen. Umso wichtiger scheint mir darum jetzt gerade das Beten zu Hause zu sein, allein oder auch mit der Familie, nicht gemeinsam und doch verbunden. Gerade jetzt könnte das Beten mit den Kindern einen größeren Raum einnehmen als sonst. Hilfen, Texte und Vorschläge für kleine Hausgottesdienste gibt es stets aktuell auf unserer Homepage und ausgedruckt in unserer Kirche St. Margaretha. Und ich weiß, das ist in unseren Nachbargemeinden in Stockstadt und Kleinostheim nicht anders. Nehmen wir in unser Beten alle die mit hinein, die in diesen schwierigen Tagen für uns da sind. Und vertrauen wir darauf: Gott hört uns, aber er möchte auch zu uns sprechen. Hören wir also gut hin, was er uns zu sagen hat.

Ihr und Euer Pfarrer Georg Klar

Noch ein Text zum Nachdenken

Erfahrungen mit Gott  >>>

Nicht im alltäglichen, lauten Getriebe
lassen sich mit dem Geist Gottes
Erfahrungen machen,
die unser Leben verändern können.

Die Stille, das Allein-Sein
und das Eins-sein mit mir,
das ist der Ort, wo der Geist Gottes
mein Ohr erreicht und mein Herz.

Auch für die Propheten, 
auch für Menschen wie Jesus, 
war diese Stille Voraussetzung
für den Geist, der ihn erfüllte.

Ich muss ganz bei mir sein,
um Gott erfahren zu können.

Und wenn ich ihn erfahre
und sein Geist mich erfüllt,
dann darf ich auch ganz
beim Anderen sein.

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