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Predigt zum 30. Sonntag im Jahreskreis

Predigt zum 27. Sonntag im Jahreskreis

Vom 19.02.2023

Ihr lieben Schwestern, liebe Brüder,
von hinten komm’ ich heut' mal wieder
herein in dieses Gotteshaus,
wo wir stets gehen ein und aus.

 Ihr alle, die ihr heut' gekommen,
die Lauen grad so wie die Frommen,
die Kleinen grad so wie die Großen,
die in den Röcken, in den Hosen,

die angemalt sind und maskiert,
mit Schmuck und Federn sind verziert,
doch auch die andern - ganz Normale -
willkommen hier im Kirchensaale...!

Narrenzeit ist ausgebrochen,
bringt die ganze Welt zum Kochen,
Alt und Jung und Groß und Klein!
So ist’s gut, so muss es sein!

Denn die Welt und ihre Leut’
brauchen sie, die Narrenzeit -
diese Zeit, die allen Leuten
Freud und Frohsinn will verbreiten.

Corona uns in Atem hielt,
hat auf die ganze Welt gezielt.
Kein Fasching und kein Karneval,
kein Tätärä mit lauten Schall.

Stattdessen war der Abstand wichtig,
und Vorsicht, sie war wirklich richtig!
Doch endlich scheint es nun besiegt,
das Virus, das die Welt bekriegt.

Nun endlich wieder, da rumort’s,
an Main und Rhein und vielerorts.
Und was da gilt in großen Städten,
mit Prinzenpaar und Elferräten,

das ist bei uns der Fasching heut,
was Oscheffer und Steckster freut!
Bis Aschermittwoch Blödsinn machen.
Senioren schunkeln, tanzen, lachen.

Die Gaudiwürmchen unsrer Kinder,
sie war'n die besten Freudenkünder.
So kam auch Oscheffs Bürgermeister,
der Moritz Sammer, ja, so heißt er,

als Astronaut beim Gaudiwurm -
es nützte nichts beim Rathaussturm.
Doch sein Kostüm, es zeigt euch gern:
er kommt doch nicht vom anderen Stern.

 Denn Stockstadt so wie Mainaschaff
gehör'n zusammen - das ist tough,
und da, wo etwas nicht gelingt,
der andre in die Bresche springt.

Die Kirch' in Oscheff ist geschlossen,
das macht uns lang noch nicht verdrossen,
wir sind zu Gast mit frommen Scharen
drum heute hier bei Stockstadts Narren.

Ja, meine Freud will nicht verhehlen:
Auf euch, die Steckster, kann man zählen...!
Doch, lieber Bürgermeister Sammer,
hast du denn nicht in deiner Kammer

noch ein Kostüm vielleicht zuviel?
Wär' fast gekommen in Zivil,
der gute Steckster Bürgermeister,
Rafael Herbrik, ja, so heißt er.

Wenn ihr zwei gut zusammenhaltet,
gemeinsam Zukunft mitgestaltet,
dann jede Tracht steht euch recht gut.
Euch ein Applaus und frohen Mut...!

Zu dir, Anita, bin entzückt,
wie ihr die Kirch’ für heut’ geschmückt,
die Steckster, Petra und auch Dieter,
sie halfen dir auch diesmal wieder.

Es stimmt, hier in der Kirche ist es kalt,
doch euer Schmuck, der schafft es halt,
dass man sich gleich viel wärmer fühlt,
Applaus für euch, mit viel Gefühl...!

Auch Oliver, der Praktikant,
ist schon bekannt bei uns im Land.
Ich freu mich, dass du bist gekommen.
Wir sagen all: Sei uns willkommen...!

Ich möcht’ grad heut in diesen Tagen
der Karin auch mal „Danke“ sagen
für alles, was sie für uns tut,
für alles, wo sie niemals ruht,

die Liebe Gottes bringt uns nah -
das alles ist so wunderbar!
Drum soll Applaus jetzt von uns allen
ihr bis ins Herz hinein erschallen...!

Doch nun ganz kurz auch noch zu mir,
ich weiß, ich bin heute keine Zier.
Drum will ich euch dazu was sagen,
ich klär euch auf - nur nicht verzagen!

Vielleicht verwundert meine Kleidung,
ihr kennt mich anders aus der Zeitung,
als Arzt, als Gärtner, Bauarbeiter,
als Menschenfischer, Mönch - ganz heiter

kam ich auch mehrmals schon als Narr,
wie früher das so üblich war.
Denn Narren ist's doch vorenthalten,
uns all'n den Spiegel hinzuhalten.

War öfter schon ein rechter Bengel,
doch heut - komm' ich als Friedensengel.
Ihr seht's mir an, bin leicht lädiert,
mein Heil'genschein ist demoliert,

die Federn, Flügel ganz zerzaust,
bin dennoch zu euch hergesaust.
Als Friedensengel hat man's schwer:
am Hass der Welt, da leid ich sehr.

Ich schau mich um, ihr meine Lieben,
wo ist geblieben nur der Frieden,
der Ländern, Völkern aufgetragen ist?
So fragt der Mensch, so fragt der Christ.

Stattdessen macht sich Terror breit,
für Menschlichkeit ist keine Zeit.
Denn wer von uns hätt' das gedacht,
dass wieder Krieg kommt über Nacht?

Nicht irgendwo am Rand der Welt,
nein, hier bei uns, in unserm Zelt,
im Haus Europa, mittendrin,
da gibt’s nun Krieg ganz ohne Sinn.

Die Ukraine war ein Land,
wo Freiheit schon in Blüte stand,
die Freiheit wurde nun genommen,
weil Putin in das Land gekommen.

Was in der Ukraine da geschieht,
schockiert doch jeden, der es sieht.
Wo Bomben fall'n auf Frau'n und Kinder,
auf Kranke, Alte auch nicht minder.

Das ist kein Krieg auf Augenhöhe!
Ich könnt's versteh'n, wenn jeder flöhe
aus jenem Land in Sicherheit,
wo neue Hoffnung macht sich breit.

Doch halten viele Menschen aus,
ich sag' es einmal frei heraus:
So viel an Tapferkeit und Mut.
Das tät' auch hierzulande gut...!

Denn wenn das Herz wird hart wie Stein,
dann wird es uns nicht möglich sein,
Gemeinschaft hier am Ort zu leben,
dann wird die Welt von Hass erbeben.

Am Ukraine-Krieg wir sehen,
welch schlimme Dinge könn'n geschehen.
Wenn wir nicht wach durchs Leben wandeln,
bestimmen Andre unser Handeln.

Ja, wach zu sein ist Christenpflicht,
dass böse Geister haben nicht
am End' die Überhand gewonnen,
und zwischen Fingern uns zerronnen

die Herzlichkeit, Großzügigkeit,
die Toleranz und Menschlichkeit.
Wo Menschen Hass und Feindschaft schüren,
da gilt's beizeiten sich zu wehren,

da müssen wir zusammenstehen
einander helfen hinzusehen,
dass wir gemeinsam Sorge tragen,
dass keiner muss vor Angst verzagen.

Und dennoch, liebe Schwestern, Brüder,
die Faschingszeit, die herrscht nun wieder.
Doch Schritt für Schritt gilt's auszuloten:
Ist da mehr Ernst denn nicht geboten?

Sind in der Kirche überhaupt
Humor und Lachen jetzt erlaubt?
Darfs da 'ne „Büttenpredigt“ geben?
Geht das nicht doch vorbei am Leben?

Klingt das denn nicht nach Blasphemie?
Wer übernimmt die Garantie
dass ihr die Reime gut versteht
und wirklich ahnt, um was es geht?

Ob Fasching, Fastnacht, Karneval,
dahinter steckt doch allzumal
des Menschen Wunsch, trotz vielem Leiden
das Böse aus der Welt zu treiben.

So haben diese tollen Tage
der Welt ganz Wichtiges zu sagen:
Ihr lieben Christen, hört mir zu!
Auch heut' lass ich euch nicht in Ruh.

Denn reden wir nicht drum herum -
'ne Wucht, dies Evangelium!
Wir wissen schnell, worum es geht,
und ahnen auch, wie’s um uns steht.

Wir sollen unsre Feinde lieben,
nicht nur die Nächstenliebe üben.
Den Feind zu lieben - ist das möglich?
Ist dies Bemühen nicht vergeblich?

Ist das nicht ein Verrat am Guten,
wenn in der Ukraine Menschen bluten?
Muss man nicht bieten seine Stirn,
wenn Putin da mit krankem Hirn

Hass, Krieg und Terror tut verbreiten?
Muss man nicht einschreiten beizeiten?
Muss man da nicht doch liefern Waffen,
um dem, der wieder nur will raffen,

um Putin Einhalt zu gebieten,
der mit den Oligarchen und Banditen
Zigtausende tötet, hasserfüllt,
und jeden Einwand niederbrüllt?

Wie viel Verblendung gibt es doch!
Sie gab es immer - jetzt jedoch
ist wieder mal ein Maß erreicht,
dass mir das Herz wird schwer, nicht leicht.

Statt wie der Krieg mit Tod und Schrecken
will alte, böse Geister wecken,
da woll'n wir lieber hier auf Erden
einander doch zum Segen werden...!

Doch meint die Feindesliebe auch:
dahinter schaun - ein guter Brauch -
ich frage mich, nun gebt mal acht:
wer hat den Feind zum Feind gemacht?

Wer ist ins Hirn da eingedrungen?
Welch' Teufel hat den Mann gezwungen,
so blind und grausam dort zu handeln,
statt menschlich durch die Welt zu wandeln?

Es fängt stets an mit bösen Worten,
die dann an ganz verschied'nen Orten
zu grausam-bösen Taten werden.
So ist das immer hier auf Erden.

Doch Vorsicht, Georg, sag ich mir,
Besonnenheit ist eine Zier.
Denn auch in unsrer Kirche - nein -
da ist nicht alles gut und fein.

Man hört und liest es überall,
der Kindesmissbrauch, Fall für Fall,
ist nicht nur eine Peinlichkeit,
er ist vielmehr: Unmenschlichkeit.

Denn Kinder, die uns anvertraut,
auf die Gott voller Liebe schaut,
die dürfen keine Opfer werden,
von Macht und anderen Gebärden.

Wahr ist, dass alle diese Täter,
die Kinderschänder, Missetäter,
ob Priester, Bischof oder Nonne,
für unsere Kirch' sind keine Wonne...!

Durch solche Taten wird verstellt
der Blick auf Gottes neue Welt,
in der ein jedes Kind geliebt.
Ich hoff', dass Gott uns DAS vergibt...!

Du, Papst Franziskus, Freund und Bruder,
seit vielen Jahren bist am Ruder
des Schiffleins, das sich Kirche nennt.
Du führst es gut und kompetent

durch diese turbulenten Zeiten -
und eines kann man nicht bestreiten:
Du lässt dir auch bei Sturm und Wellen
Humor und Freude nicht vergällen.

Den Aufbruch und ganz viel Bewegung
willst du - statt Christen ohne Regung,
die keinen Schritt zum andern wagen,
und nur die böse Welt beklagen.

Franziskus, das tut wirklich gut,
dass du mit Phantasie und Mut
uns neue Kirchenbilder schenkst,
und nicht in alten Bahnen denkst.

Doch nun scheint deine Kraft zerrieben.
Wo ist denn nur dein Mut geblieben?
Ja, auch für Päpste scheint es schwer,
den Feind zu lieben, der kommt quer,

um die Reformen aufzuhalten
dass möglichst alles bleibt beim Alten.
Ich will nicht, dass dein Mut zerbricht,
wenn Gegenwind weht ins Gesicht.

Doch von den übertrieben Frommen
kann keine frohe Botschaft kommen!
Es braucht jetzt Mut, Entschiedenheit,
Veränderung und neue Zeit.

Am Zölibat starr festzuhalten,
an vielem Überkommnen, Alten -
das hilft der Kirche doch nicht viel.
Erneuerung ist unser Ziel...!

So hoffen wir, dass doch recht bald,
die Frauenpower mächtig schallt,
und neben Oliver, dem Diakon,
auch Karin steht - als Diakon...!

Gehn wir den Weg beharrlich weiter,
und suchen wir genügend Streiter,
die mutig unsern Traum verfechten -
von einer ehrlichen und echten

und armen Kirche, die sich gern
bewegt auf Spuren ihres Herrn.
Du sollst auch deine Feinde lieben,
doch nirgendwo steht da geschrieben,

dass man zu allem Ja und Amen
zu sagen hat in Gottes Namen.
Wir gehn den Weg der Hoffnung weiter,
entschieden und gelassen-heiter...!

Es gibt doch Grund für Fröhlichkeit
und noch viel mehr für Menschlichkeit.
Die Freude ist es, die sich regt
und Kirche in die Zukunft trägt.

Doch Vorsicht sag ich, wenn man schaut,
wie man im Kahlgrund sich verhaut,
wie ein Konflikt wird immer schlimmer,
da frag ich mich, geht's denn noch dümmer?

Wo Menschen um sich selber kreisen,
statt sinnvoll sich zusammenschweißen,
wo nur noch zählt „Wer hat nun Recht?“
bekommt das unsrer Kirche schlecht...!

Doch Wege aufeinander zu,
das geht nicht einfach so im Nu.
Das braucht Geduld und Demut auch,
das ist doch guter alter Brauch.

Kein Aug für Aug, kein Zahn für Zahn,
keine Vergeltung - das macht lahm.
Stattdessen wollen wir vergeben,
mit Güte eine Antwort geben.

Statt sich mit Worten und Gedanken
am Egoismus hochzuranken,
sollt man versuchen zu verstehen,
dann kann des Friedens Fahne wehen.

Das soll der Geist sein, der bestimmt,
der allen Ungeist von uns nimmt.
Statt Gängelei und Standesdenken
soll Liebe unsere Kirche lenken...!

Das sollten wir den Menschen sagen
in guten wie in bösen Tagen.
Mit einer solchen Zuversicht
heb' ich voll Hoffnung das Gesicht,

will mit euch allen fröhlich sein,
als Friedensengel stimm' ich ein:
Der Frieden lässt sich nie erzwingen,
doch mit viel Menschlichkeit erringen.

Die Priester, Pfarrer allenthalben
woll'n gern das letzte Wort behalten,
doch ich lad‘ ein, ihr Herrn und Damen,
ruft ihr das letzte Wort! Sagt: „AMEN!“

Georg Klar, Pfarrer

Liebe Buben und Mädchen, meine lieben Schwestern und Brüder!

Nein, ich beginne die Predigt nicht bei Putin und seinem Angriff auf die Ukraine. Ich beginne meine Predigt bei uns, der Kirche. „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?“ Diese Frage aus der Bergpredigt bei Lukas stellt Jesus nicht an irgendwen, er stellt sie an seine Jüngerinnen und Jünger, er stellt sie an uns, er stellt sie an die Kirche.

Seine Frage lautet heute vielleicht so: „Warum, Kirche, siehst du den Splitter im Auge der Anderen, im Auge der Gesellschaft und der Welt, aber den Balken in deinem eigenen Auge, liebe Kirche, bemerkst du nicht?“ Oder auch diese Frage: „Warum glaubst du, Kirche, über Andere moralisch richten zu können, wo es doch so viel Unmoralisches in deinen eigenen Reihen gibt?“ Oder, gerade heute, auch die Frage: „Warum, Kirche, scheinst du zum Frieden aufrufen zu können, wo es in deiner eigenen Vergangenheit so viel Unfrieden gegeben hat und Unfrieden von dir ausgegangen ist?“ Fragen über Fragen.

In der Tat, wir spüren es: die Kirche ist keine Kirche der Heiligen, eher eine Kirche der Sünder, wie sie es ja auch von sich selbst in ihrer eigenen Tradition bekennt. Aber eben weil sie das ist, darf sie sich und soll sie sich mit allen Menschen vereinen, die sich ihrer eigenen Schwäche und Fehlerhaftigkeit bewusst sind und die darum wissen, dass sie der Erlösung bedürfen, mit all den Menschen, die Befreiung brauchen von Überheblichkeit, Ignoranz und Machtspielen und die bereit sind zu wirklicher Erneuerung.

Theo Brüggemann hat dazu einen Text geschrieben, den ich mit Euch teilen möchte. Er trägt die Überschrift „Blickschärfung“:

Gott, du warnst uns vor Leichtgläubigkeit,
vor blindem Glauben, blinder Liebe, blindem Gehorsam.
Nicht überall bist du, wo man deinen Namen gebraucht.
Nicht überall ist Liebe, wo man freundlich tut.
Nicht überall ist Gerechtigkeit, wo sie auf dem Papier steht.
Wie viel Blut ist schon geflossen - auch in deinem Namen!
Was haben Christen in deinem Namen getan
an Juden und Täufern, an Bauern und Arbeitern!
Was für fatale Paarungen in deinem Namen
von Thron und Altar, von Kapital und Kirche!
Talare und Kanzeln und Liturgien schützen uns nicht davor,
heute Opfer neuer Ideologien zu werden von rechts, von links.

Jesus, Bruder, der du allein die Wahrheit bist,
gib uns den Geist, der die Geister scheidet,
den Blick für das Echte und das Falsche,
das Menschliche und das Unmenschliche,
das oft zum Verwechseln ähnlich ist.

Steh du mit deiner Gnade denen bei,
die bei den Menschen in Ungnade fallen,
weil es ihnen um Menschen geht, nicht um Parolen.
Du erwartest Früchte von uns,
Früchte deiner Tat, die du für uns getan hast,
Früchte deiner Liebe, mit der du an uns leidest.

Hilf uns, dich neu und besser zu verstehen,
auch aus dem Reden und Tun derer,
die deinen Namen nicht mehr über die Lippen bringen,
weil wir ihn zu lange missbraucht haben.
Hilf uns aufhören, uns auf unsere guten Taten zu berufen,
wenn du neue und bessere Taten erwartest.
Du bist unser Richter, der du unser Retter bist,
aber auch der Retter der Andern.

Lass uns dir nicht mehr im Wege stehen,
wenn du auf dem Weg bist zu deiner Welt.
Gib uns das Wort und die Tat, die heute fällig ist.
Gib uns die Glaubwürdigkeit des Redens,
das durch unser Verhalten gedeckt ist.
Es geht um dich und deinen Namen,
weil es dir um uns und unsere Schwestern und Brüder geht.

Liebe Schwestern und Brüder, wir dürfen, ja, wir sollen also vom Frieden reden und auch von der Gerechtigkeit, aber wir sollten bei uns selbst damit anfangen. Daran werden wir gemessen. Wir dürfen und wir sollen diesen Krieg in der Ukraine als genau das benennen, was er nun einmal ist, nämlich ein Angriff, ein Angriff auf ein freies Land und aus seine Menschen, ein Angriff auf die Freiheit und Selbstbestimmung eines Volkes. Aber wir müssen eben auch die Freiheit und Selbstbestimmung der Gläubigen in der Kirche genauso achten und beschützen. Diese Aufrichtigkeit schulden wir der Welt - wie auch das Wort vom Frieden.

Und so teile ich am Ende meiner Predigtgedanken mit Euch ein Gedicht von Kurtmartin Magiera, das mir aus der Seele spricht. Es heißt: „Friede ist möglich.“

Auf ein Wort, ihr Christen:
Die Welt hat eine Frage.
Die Welt kann nicht warten.
Die Welt braucht eine Antwort.
Die Welt stirbt am Krieg!

Herr, gib uns den Mut zur Antwort.
Die Antwort heißt: FRIEDE!
Und Friede ist möglich.

Friede konkret:
Tun, was man kann

Den ersten Platz nicht begehren.
Die Drohung nicht aussprechen.
Den Freund nicht verraten.
Den Gegner nicht verhöhnen.
Den Eigennutz unterordnen.
Das Trennende ausräumen.
Die andere Meinung achten.
Den Schlag nicht zurückgeben.
Die Beleidigung zurücknehmen.
Den Krieg ächten.
Auf Ausgleich drängen.
Den ausgebrochenen Krieg beenden.
Nachteile in Kauf nehmen.
Unrecht verabscheuen.
Guten Rat annehmen.
Tun, was man kann!

Herr, gib uns den Mut zur Antwort.
Die Antwort heißt FRIEDE!
Und Friede ist möglich.

Amen.

Meditation nach der Kommunion

Wir beten mit dem heiligen Franz von Assisi >>>

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens:
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten:
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Amen.

Vier Gebete um Frieden in der Ukraine und überall

Friedensgebet des Franz von Assisi >>>

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens:

dass ich liebe, wo man hasst;

dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

dass ich verbinde, wo Streit ist;

dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;

dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;

dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;

dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

 

Herr, lass mich trachten:

nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

 

Denn wer sich hingibt, der empfängt;

wer sich selbst vergisst, der findet;

wer verzeiht, dem wird verziehen;

und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Amen.

Ökumenisches Friedensgebet 2022 >>>

 Gütiger Gott, wir sehnen uns danach,

miteinander in Frieden zu leben.

 

Wenn Egoismus und Ungerechtigkeit überhandnehmen,

wenn Gewalt zwischen Menschen ausbricht,

wenn Versöhnung nicht möglich erscheint,

bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

 

Wenn Unterschiede in Sprache,

Kultur oder Glauben uns vergessen lassen,

dass wir deine Geschöpfe sind und dass du uns

die Schöpfung als gemeinsame Heimat anvertraut hast,

bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

 

Wenn Menschen gegen Menschen ausgespielt werden,

wenn Macht ausgenutzt wird, um andere auszubeuten,

wenn Tatsachen verdreht werden, um andere zu täuschen,

bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

 

Lehre uns, gerecht und fürsorglich miteinander umzugehen

und dem Hass und der Vergeltung zu widerstehen.

 

Schenke uns mutige Frauen und Männer,

die die Wunden heilen, die Hass und Gewalt

an Leib und Seele hinterlassen.

 

Lass uns die richtigen Worte, Gesten und Mittel finden,

um den Frieden dauerhaft zu fördern und zu bewahren.

 

In welcher Sprache wir dich auch

als „Fürst des Friedens“ bekennen,

lass unsere Stimmen laut vernehmbar sein

gegen Gewalt und gegen Unrecht -

und für den Frieden.

 

Amen.

Fürbitten >>>

Lasst uns beten zum Gott und Vater aller Menschen, der allein die Welt zum Frieden führen kann:

Für die Menschen in der Ukraine, die in großer Angst vor noch mehr Krieg und Gewalt in ihrem Land leben: um Hoffnung und Kraft in ihrer Bedrängnis.

Für die christlichen Kirchen in der Ukraine: um den Geist der Zuversicht, damit sie gemeinsam den Menschen aus der Kraft des Evangeliums beistehen.

Für alle, die in und unter den Völkern Einfluss haben und Macht ausüben: um den Geist der Friedfertigkeit und Versöhnung und um Ehrfurcht vor dem Leben und Gewissen jedes Menschen.

Für alle, die die Folgen von Krieg, Terror und Gewalt, von Hass, Vergeltung und Unfrieden am eigenen Leib verspüren müssen: um ein Ende ihrer Leiden.

Für alle, die in ihren Familien Streit und Zwietracht erleben: um die Gnade, das Geschenk seines Friedens anzunehmen und es weiter zu schenken.

Für uns, die wir allein oft hilflos sind gegenüber der Bedrohung unserer Welt: um den Beistand Gottes, um die Hellhörigkeit für seinen Anruf und um die Kraft zum Frieden mit allen Menschen.

Denn du, o Gott, trägst das All durch dein machtvolles Wort. Auf dich und auf die Kraft deines Geistes setzen wir unser ganzes Vertrauen. Dir sei Lob und Dank durch Christus, unseren Bruder und Herrn, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.

Vater unser im Himmel…

Gegrüßet seist du, Maria…

 

Friedensgebete mit Kindern >>>

Jesus,

der du uns so viel Liebe gegeben hast,

gib uns die Fähigkeit, dich noch mehr zu lieben.

Gib uns die Kraft, immer wieder unser Bestes zu geben,

damit es mehr Frieden und Liebe in der Welt gibt.

Hilf allen, die leiden, und, bitte, beschütze alle, die uns lieben. Amen.

 

Lieber Gott,

du hast die Menschen geschaffen,

jeden mit einem anderen Gesicht und mit anderen Gedanken;

und du willst, dass wir in Freundschaft und Frieden leben.

Gib uns deinen Frieden.

Amen.

 

Guter Gott,

schenke uns Frieden hier und auf der ganzen Welt.

Wir Kinder brauchen vor allem Frieden und Liebe.

Wir wollen keinen Krieg und wir wollen nicht,

dass Familien auseinandergerissen werden.

Wir wollen mit allen in Frieden leben. Amen.

 

Lieber Gott,

Krieg ist etwas ganz Schreckliches:

Kinder und Erwachsene werden getötet,

Häuser kaputt gemacht, Straßen und Felder zerstört.

Viele müssen aus ihrer Heimat fliehen und leiden Hunger.

Doch weder Krieg noch Frieden fallen vom Himmel.

Wir Menschen müssen lernen,

uns zu vertragen und uns nicht zu bekämpfen.

Lieber Gott, las uns Frieden machen, nicht Krieg.

Gott, gib uns deinen Frieden.

Amen.

Predigtgedanken

Liebe Buben und Mädchen, meine lieben Schwestern und Brüder! Als Jesus damals durchs Land zog, da waren viele Menschen von ihm begeistert und suchten immer wieder seine Nähe. Denn er hatte tröstende Worte, die aufrichteten, und eine liebenswürdige Art, die anziehend wirkte und Menschen in seine Nähe lockte.

Was jedoch wohl niemand von den Verehrern Jesu vorausahnte, das geschah dann eines Tages. Jesus hält eine bemerkenswerte Rede, die die Menschen doch ziemlich erschrecken lässt. Jeder der Anwesenden wird gespürt haben: Jesu Anforderungen und Erwartungen würden sie nie und nimmer vollbringen können. Zu abgehoben, zu radikal erscheinen sie. In manchen Anwesenden werden etwa solche Gedanken aufgestiegen sein:

Ist es denn nicht schon eine Leistung, wenn ich Gutes, das man mir getan hat, erwidere, oder wenn ich nicht handgreiflich werde denen gegenüber, die mich beschimpfen oder bloßstellen, oder wenn ich es unterlasse, mit einer saftigen Ohrfeige zu antworten, obwohl der andere sich getraut hat, mir unverfroren einen Schlag ins Gesicht zu versetzen?

Die Forderungen Jesu ließen auch darum besonders aufhorchen, weil es im Judentum bereits eine ganze Reihe von Regeln gab, die ein gutes Miteinander förderten. Da gab es zum Beispiel den Grundsatz: Auge um Auge, Zahn um Zahn! Diese Vorschrift war aber nicht ein Aufruf zum Zurückschlagen. Ganz im Gegenteil.

Die Vorschrift forderte nämlich auf, Maß zu halten bei erlittenem Unrecht und schützte vor allem den schwächeren Partner. Wenn jemand zum Beispiel ein Schaf gestohlen hatte, dann durfte der andere nicht Rache nehmen und aus der Position des Stärkeren einen Esel zurückverlangen. Oder war bei Handgreiflichkeiten ein Auge verletzt oder ein Zahn ausgeschlagen worden, dann durfte dem Täter dafür nicht eben mal die Hand abgeschlagen werden. Maßhalten war also das Ziel und Anliegen dieser Bestimmung. Also das genaue Gegenteil von Rache und Vergeltung.
Ebenso gab es Regeln für Menschen, die miteinander verfeindet waren, um die Spannung zwischen ihnen nicht endlos ausufern zu lassen, sondern abzubauen. Schon im Buch Exodus wird zur Barmherzigkeit gegenüber dem persönlichen Feind aufgerufen. Dort heißt es: „Wenn du dem verirrten Rind oder Esel deines Feindes begegnest, dann sollst du ihm das Tier zurückbringen!“ Oder: „Wenn du siehst, wie der Esel deines Feindes unter seiner Last zusammenzubrechen droht, dann schau nicht hämisch zu, sondern leiste Hilfe!“ Ein jeder Jude verstand: diese geforderte Hilfeleistung im Blick auf die Tiere, sie sollte als Chance genutzt werden, Spannungen abzubauen und sich wieder versöhnlich zu begegnen.

Der Aufruf Jesu und seine radikalen Forderungen mögen manche Zuhörer zunächst vielleicht erschreckt haben; aber jeder begriff bei anschließendem und ruhigem Nachdenken das Anliegen, das in den Forderungen Jesu enthalten war, nämlich ein neues, gutes Miteinander der Menschen möglich zu machen.

Jeder soll sich bewusst werden: Das erfahrene Gute mit eigenem Gut-Sein zu erwidern, das ist ein schönes und auch lobenswertes Verhalten. Aber es bleibt im Austausch hängen: „Gibst du mir, dann geb ich dir.“ Einen Schritt weiter zu wirklicher Liebe wollte Jesus die Menschen führen und ein Nachdenken in Gang setzen: Durch welches Verhalten meinerseits würde sich der andere wohl freuen? Wo wir darauf bedacht sind, uns aufmerksam, liebevoll, und wohlwollend dem anderen zuzuwenden, da übersteigen wir das „Gibst du mir, dann geb ich dir.“ Da wird uns sicherlich vieles einfallen, womit wir andere beglücken, ihnen helfen, sie trösten, sie aufrichten und unterstützen können.

Jesus hatte genügend Menschenkenntnis, um zu wissen, dass ein anderer, ein guter Umgang mit den Menschen, die uns Unrecht taten, die besondere Herausforderung an uns ist. Auf Gutes mit Gutem zu reagieren, ist vielleicht nicht besonders schwer; aber auf bitter Erlittenes ein sich Rächen zu unterlassen, das kostet oft ganz viel Kraft.
Jesus schlägt dazu als Hilfe ein Nachdenken über Gott vor. Denn er sagt: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ Gott ist unendlich barmherzig. Von ihm sollen wir uns als seine Ebenbilder berühren lassen. Denn wir selbst erfahren doch ganz persönlich jeden Tag neu Gottes Güte und Barmherzigkeit. Und die Güte Gottes soll uns eben Vorbild sein. Sie wird uns bewegen und helfen, jede Form von Rache-Nehmen zu unterlassen.

Jesus weiß dabei natürlich, dass wir Menschen unsere Grenzen haben. Aber er weiß auch, dass wir ganz oft nicht bis an unsere Grenzen gehen. Uns zu überfordern, das liegt Jesus fern. Aber er will, dass wir es nicht einfach bei der Bewunderung oder bei der Anbetung Gottes belassen. Wir sollen vielmehr Gottes Verhalten übernehmen - so wie dies Jesus auch getan hat. Und wie das in der Praxis möglich ist, hat er am Beispiel der Liebe aufgezeigt. Denn die Krönung der Liebe liegt in der Barmherzigkeit, die auf jede Form von Vergeltung und Rache verzichtet.

Würde Jesus heute vor uns stehen und zu uns sprechen, dann wäre seine Aufforderung an uns wohl die: Überprüfe dich immer wieder einmal, ob du deiner eigenen dir möglichen Liebe nicht zu schnell Grenzen setzt - besonders im Blick auf deine Gegner oder all jene, die dir unsympathisch sind. Könntest du in so manchen Punkten die Liebe nicht vielleicht doch umfassender und weiter leben? Und er würde vielleicht hinzufügen: Verwirkliche dich im Gut-Sein! Denn genau das dient dir am Ende schließlich zu deiner eigenen Freude! Amen.

Meditation nach der Kommunion

Frieden meint Versöhnung >>>

Nicht berechnend sein in der Liebe,
möglichst alles begrüßen, was uns begegnet -
auch das, was uns zunächst fremd erscheint.

Nicht trennen zwischen Freund und Feind,
immer wieder an das Gute im Andern glauben -
und immer neu die Versöhnung suchen.

So ganz und gar im Sinn unseres Vaters,
sein Kind sein - du und ich -
wie alle seine Kinder auf dieser Erde.

Predigtgedanken 3. Sonntag i.J. (C)

Predigtgedanken 2. Sonntag i.J. (C)

Predigt_Fest_der_Heiligen_Familie_2021.pdf

Wellenbrecher_-_Predigt_1_Weihnachtstag_2021.pdf

Flyer Familien Advent 2021 001

Predigt und Gottesdienst zum Erntedankfest 2021

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