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„Ein Herz haben füreinander“ - Impuls zur Wochenmitte von Pfarrer Georg Klar

Am Freitag feiert unsere Kirche das sogenannte „Herz-Jesu-Fest“. Dabei danken wir dem, der uns gezeigt hat, dass wirklich Gott ein Herz für seine Menschen hat. Ganz viele Bilder und Figuren in unseren Kirchen zeigen uns das geöffnete Herz des Erlösers, so auch die allerletzte Figur ganz hinten in unserer Pfarrkirche St. Margaretha, die weiter unten abgebildet ist. Es ist sicherlich keine künstlerisch wertvolle und vielleicht auch keine schöne Figur, aber sie zeigt etwas Schönes: denn sie zeigt uns mit dem Herz Jesu die Liebe Gottes zu uns Menschen.

Wenn nun also schon Gottes Herz für uns Menschen schlägt, dann soll auch unser Herz für ihn, unseren Gott, schlagen. Denn oft genug vergessen wir im Alltag, wie sehr wir doch alle von seiner Gnade und Güte leben. Unser Herz soll aber ebenso für die Menschen schlagen. Denn oft genug kreisen wir nur um uns selbst und sehen zu wenig die Not im Herzen des Anderen. Und Maß nehmen dürfen wir dabei an Maria, der Mutter Jesu. Ganz eng ist sie mit ihm verbunden. Kein Wunder, dass unsere Kirche das „Fest des Unbefleckten Herzens Mariens“ genau auf den Tag nach dem Herz-Jesu-Fest gelegt hat. An diesen beiden Tagen feiern wir die herzliche Zuneigung beider, die herzliche Liebe Jesu, unseres Bruders, und die herzliche Liebe Mariens, seiner und unserer Mutter. Dabei dürfen wir dann an alle Menschen denken, die ganz besonders auf unsere guten Gedanken und Wünsche, auf unser Gebet und unsere Unterstützung angewiesen sind:

Wir denken an alle, deren Herz müde geworden ist,
an alle, deren Leben aus dem Rhythmus geraten ist.
Dass ihre müden, zerrissenen, verschlossenen und versteinerten Herzen Heilung erfahren.

Wir denken an alle, die ihr Herz verschenken in Freundschaft und Liebe,
in der Ehe und in der Familie, im Einsatz für Menschen, die sie brauchen.
Dass sie stets Geduld haben im Umgang mit sich selbst und mit Anderen.

Wir denken an alle, die durch Worte und Gesten Zugang finden zum Herzen Anderer,
für alle, die den Herzschlag und die Lebensnot des Anderen spüren.
Dass durch sie Begegnung und Berührung möglich werden.

Wir denken an alle, die tief im Herzen verletzt wurden durch Worte und Sticheleien,
durch Rücksichtslosigkeit, Gleichgültigkeit und verweigerte Vergebung.
Dass sie bereit werden, im Herzen Versöhnung wachsen zu lassen.

Wir denken an alle, die schuldig geworden sind an anderen Menschen
durch Egoismus und Hartherzigkeit, durch Gewalt und Grausamkeit.
Dass sie heimgesucht werden von Gottes Liebe und fähig zu Umkehr und Neubeginn.

„Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und schenke euch ein Herz von Fleisch“ - so sagt Gott im Buch des Propheten Ezechiel - ein lebendiges Herz also, das schlägt für das Leben, voller Zuneigung und Liebe. Solch ein Herz wünsche ich uns allen.

Nicht zusammen und doch verbunden,
Ihr und Euer Pfarrer Georg Klar

Ein Mensch mit Herz wird gesucht >>>Impuls210609

Geboten wird eine interessante Tätigkeit, gefordert wird viel:
mehr hören als reden, mehr verstehen als urteilen,
mehr helfen als richten, mehr Herz als Verstand.
Ein Mensch wird gesucht, ein Mensch mit Herz,
Alter egal, solange er jung im Herzen ist und offen für das Leben.
Ein Mensch wird gesucht, ein Mensch mit Herz, ein herzlicher Mensch.
Ob Sie es sind, auf den Gott schon immer gewartet hat?

Lesung aus dem Buch Ezechiel (17, 22-24)

So spricht Gott, der Herr: Ich selbst nehme vom hohen Wipfel der Zeder und setze ihn ein. Einen zarten Zweig aus ihren obersten Ästen breche ich ab, ich selbst pflanze ihn auf einen hohen und aufragenden Berg. Auf dem hohen Berg Israels pflanze ich ihn. Dort treibt er dann Zweige, er trägt Früchte und wird zur prächtigen Zeder. Alle Vögel wohnen darin; alles, was Flügel hat, wohnt im Schatten ihrer Zweige. Dann werden alle Bäume des Feldes erkennen, dass ich der Herr bin. Ich mache den hohen Baum niedrig, den niedrigen Baum mache ich hoch. Ich lasse den grü-nenden Baum verdorren, den verdorrten Baum lasse ich erblühen. Ich, der Herr, habe gesprochen und ich führe es aus.

Aus dem Evangelium nach Markus (4, 26-34)

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.

Predigtgedanken

Was für ein wunderschönes Bild: Im Schatten eines Baumes ausruhen dürfen und sehen, wie in seinen Zweigen die Vögel nisten - ein Bild des Friedens, nach dem wir uns vielleicht alle sehnen, so wie auch nach Wärme und dem Sommer, nach glücklichen Tagen und nach Harmonie mit der Schöpfung und den Menschen. Und doch ist dieses Bild mehr als nur ein Bild. Es beschreibt das Volk Gottes, ja den einzelnen Menschen, der wachsen und aufblühen, reifen und Frucht bringen soll, in dessen Zweigen und Armen das Leben behütet werden kann und Menschen Schutz und Schatten finden.

Ein inzwischen altes und dennoch immer noch junges Kirchenlied erzählt uns davon: „Kleines Senfkorn Hoffnung, mir umsonst geschenkt: werde ich dich pflanzen, dass du weiter wächst, dass du wirst zum Baume, der uns Schatten wirft, Früchte trägt für alle, alle, die in Ängsten sind.“ Oder ein anderes Lied besingt es so: „Komm, bau ein Haus, das uns beschützt, pflanz einen Baum, der Schatten wirft, und beschreibe den Himmel, der uns blüht, und beschreibe den Himmel, der uns blüht!“

Der Himmel blüht immer dort, wo wir Menschen füreinander Verantwortung tragen. Fragen wir uns doch darum immer wieder auch selbst: Was können wir tun? - Vielleicht denkt der eine oder andere: Was kann ich denn schon tun? Was kann ich denn schon bewirken? Das Gleichnis Jesu vom Senfkorn macht Mut. Es sagt: Ein Gramm Güte kann einen Berg von Hass zum Schmelzen bringen; denn im Guten - und mag es auch noch so klein sein - da liegt Gottes Kraft, da ist Gott selbst gegenwärtig. So können schon ein gutes Wort, eine kleine Aufmerksamkeit oder einfach ein freundlicher Gruß eine enorme Wirkung haben. Diese kleinen Dinge sind es, die uns selbst zu einem Baum emporwachsen lassen, der für manchen Menschen zum Ort der Geborgenheit wird.

Es sind oft gerade die kleinen Dinge, die zählen: Da hat jemand Zeit, um uns zuzuhören, wenn wir Sorgen haben. Ein anderer ruft uns an und fragt ehrlich, wie es uns geht. Dort geht einer auf einen Obdachlosen in der Stadt zu, stellt sich dazu und spricht ihn freundlich an. Da geht jemand für eine alte und kranke Nachbarin einkaufen. Da betreuen Ehrenamtliche umsonst benachteiligte Kinder bei den Hausaufgaben. Oder da helfen Rentner mit ihrer Berufserfahrung Jugendlichen bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Wieder andere kümmern sich um Flüchtlinge, die alles verloren haben und hier bei uns ein neues und vor allem ein sicheres Zuhause finden. Da geben Mütter und Väter ihren Glauben an ihre Kinder und als Gruppeneltern in der Gemeindekatechese auch an andere Kinder weiter. Da stehen Menschen ihren Mann und ihre Frau, wo sie gebraucht werden. Es gibt noch unendlich viele Beispiele mehr, wie Menschen einander zum Segen werden, wie es folgender Text beschreibt:

Wie ein Baum entfaltet sich Segen über dir.
Schatten spendet er in Sommersglut
und seine Vögel singen dir ein Segenslied:

Gott ist mit dir, hab keine Angst,
du darfst geborgen sein.
Gesegnet bist du unter vielen
und mit den vielen, die auf deinem Wege sind.
Und Leben schenkt er dir, der Segensbaum,
verwurzelt, wie er ist, in Gott.

Und du darfst selber Segen sein
für manchen Menschen, der da weint;
darfst Baum und Wurzel sein und Nest und Lied,
darfst für das Morgen singen -
wider alle Hoffnung.

Wir spüren es: Es lohnt sich also für uns, wichtigen Fragen nachzugehen - Fragen wie: Wer ist auf meine Hilfe angewiesen, auf meine Unterstützung, meinen Rat? Wer braucht meine offene Hand oder meinen schützenden Arm? Wer wartet darauf, sich bei mir ein wenig ausruhen zu dürfen? Wem darf ich, ich ganz persönlich, so wie ein Baum Schatten spenden und vom Leben erzählen? Fragen, die auf eine Antwort warten, auf unsere Antwort.

Ihr und Euer Pfarrer Georg Klar

Noch ein Text zum Nachdenken

Gottesreich - verborgen >>>Gedanken Sonntag11

Senfkorn, Samenkorn:
winzige Gestalt
für göttliche Kraft
und Herrlichkeit und Ehre,
ausgesät -
hinein in Menschheitsgrund.

Nah ist uns fürwahr
das Himmelreich.

Es wächst aus Gottes Macht,
aus unsrer Schwachheit in der Nacht,
ohne dass wir es sehn
und wird groß und stark
um Heimat zu geben
den Menschen.

Hier noch zwei sehr aktuelle Vorlagen für einen Kreuzweg, den man allein oder zusammen mit seinen Lieben beten kann - zum Beispiel zuhause oder am Karfreitag hier in Mainaschaff am Kapellenberg oder auch in der Kirche. Bitte achtet dabei immer auf den nötigen körperlichen Abstand!

Corona-Kreuzweg I

Corona-Kreuzweg II

Vom 14.02.2021

Ihr lieben Schwestern, liebe Brüder,
„Corona“ fuhr uns in die Glieder.
Dies Virus hat im Griff uns all -
man fühlt sich wie im Jammertal.

Corona uns in Atem hält,
und nicht nur uns - die ganze Welt!
Kein Fasching und kein Karneval,
kein Tätärä mit lauten Schall.

Das ist schon traurig dieses Jahr:
kein Gaudiwurm, wie's immer war,
kein Gottesdienst mit vielen Narren,
die sonst gekommen gern in Scharen,

kein fröhlich Klatschen, laute Freude,
wo Frohsinn bräuchten alle Leute,
alt und Jung und Groß und Klein -
so wär es gut, so müsst' es sein!

Ich seh zwar „Masken“ überall,
doch ist das hier kein Maskenball.
Stattdessen ist jetzt Abstand wichtig,
und Vorsicht ist nun wirklich richtig!

Und Schritt für Schritt gilt's auszuloten -
ist da der Ernst denn nicht geboten?
Sind in der Kirche überhaupt
Humor und Lachen jetzt erlaubt?

Darfs da 'ne „Büttenpredigt“ geben?
Geht das nicht doch vorbei am Leben?
Klingt das denn nicht nach Blasphemie?
Wer übernimmt die Garantie,

dass ihr die Reime gut versteht
und wirklich ahnt, um was es geht?
Denn Jesu Botschaft ist voll Freude,
und diese wird in dem Gebäude,

in dem wir heut versammelt sind,
uns deutlich werden ganz geschwind.
Das „eu“ im „eu-angelion“,
das steht für „gut“ - das wisst ihr schon.

Und „gut“ heißt „froh“ - das ist bekannt.
Das Evangelium wird genannt
die „Frohe Botschaft“ für die Welt,
in die wir Christen ja gestellt.

Drum müssen wir nicht traurig blicken,
nur Seufzer in den Himmel schicken.
Da dürfen wir auch fröhlich sein.
Gott selber lädt uns dazu ein.

Ihr lieben Christen, hört mir zu!
Lass euch auch heute nicht in Ruh.
Die Büttenpredigt will ich halten,
ihr müsst dazu das Hirn einschalten.

In Reimen werd’ ich wieder dichten,
um so die Botschaft auszurichten,
die Jesus uns gegeben hat,
damit wir geh’n auf Gottes Pfad.

Passt also auf, ihr Herrn und Damen!
Die Predigt folgt in Gottes Namen.
Setz mir mal auf die Narrenmütze,
damit sie mir beim Predigen nütze...!

Nun - reden wir nicht drum herum:
'ne Wucht, dies Evangelium!
Wir wissen schnell, worum es geht,
und ahnen auch, wie’s um uns steht.

So lesen wir bei Markus heute,
wie Jesus einen Mann erfreute,
der fern von allen leben musste,
da man um seine Krankheit wusste.

Er war von Aussatz übersät,
für jede Hoffnung schon zu spät.
Doch eilte er dem Herrn entgegen,
er tat es wohl der Hoffnung wegen.

Er warf sich fromm auf seine Knie
und bettelte so wie noch nie:
„Herr, wenn du willst, kannst du mich heilen,
bevor der Tod mich wird ereilen!“

Der Herr sah ihn voll Mitleid an,
berührte ihn und sagte dann:
„Ich will! Werd' rein, mein lieber Freund,
weil Gott es gut doch mit dir meint!“

Der Aussatz war sofort verschwunden,
der diesen Menschen so geschunden.
Dann sagt der Herr: „Auf Wiedersehn!
Sollst nur noch zu dem Priester gehn.“

Der führte das Gesundheitsamt.
In Reinheitslisten allesamt
Aussatz, Heilung registriert,
exakt, genau und ungeniert.

Wer Aussatz hat und wer geheilt,
entschied nur er, so war's verteilt.
Das war vom Priester die Domäne,
und - wer dann musst in Quarantäne.

Die Lepra ist 'ne Krankheit, klar,
doch schlimmer noch, das ist fürwahr,
von Andern ausgesetzt zu werden.
„Der“ Aussatz ist die Höll' auf Erden!

Doch Jesus gab ihm Liebe, Güte,
dass Freude nun sein Herz durchglühte.
Es gab kein Ausgesetztsein mehr -
dran hatt' genug getragen er.

So konnt’ der Mann denn auch nicht schweigen;
er musste einfach allen zeigen,
dass er gesund geworden war
durch Jesu Wort so wunderbar.

So musste Jesus sich verbergen,
in kleinen Orten, in den Bergen.
Doch kamen dorthin ganze Scharen,
die voll von ihm begeistert waren.

Die Sach’ ist heute umgekehrt:
Der Herr wird öffentlich verehrt.
Doch oft tun wir den Mund nicht auf,
die Botschaft nimmt nicht ihren Lauf.

Stattdessen reden wir von Dingen,
die schlecht und negativ nur klingen.
Die Menschheit ist zu keiner Zeit
vor solcher Infektion gefeit.

Denn Krankheit kann den Körper plagen,
doch sehen wir in diesen Tagen,
dass auch das Hirn sehr krank sein kann,
gefährdet ist da jedermann.

Der Peter Kuhn, der hatte Recht,
als er doch neulich gar nicht schlecht
bei „Frankens Fastnacht“ resumierte -
ich darf fast wörtlich ihn zitieren:

Gar manche tun ihr Hirn verrenken,
sie glauben, kreuz und quer zu denken.
Doch so entstehn ganz ohne Schranken
meist nur noch wirrere Gedanken.

Die Hirngespinste, gleich wie dumm,
die spuken in den Köpfen rum.
Man leugnet immer wieder trist,
was doch ganz offensichtlich ist.

Der Virologe ist ein Depp -
so steht's in diesem World Wide Web,
wo man Verschwörern überhaupt
weit mehr als Wissenschaftlern glaubt.

Das tritt recht häufig in Erscheinung:
Oft wenig Ahnung! Nur die Meinung,
die man so hat, ganz trüb, verschwommen,
nur die, die wird dann ernstgenommen!

Doch schlimmer noch ist die virale,
die Wut- und Zorn- und Hassspirale,
Ein Fake new hier, ein Fake new da,
schon scheint die Katastrophe nah,

weil solch Empörung angeleitet
sich heute rasend schnell verbreitet -
zum Shitstorm wie ein Aerosol,
real zum Sturm aufs Capitol.

Dem klugen Wort, dem stimm ich zu,
und füge auch noch selbst hinzu:
Es fängt stets an mit bösen Worten,
die dann an ganz verschied'nen Orten

zu grausam-bösen Taten werden.
So ist das immer hier auf Erden.
Wer Brände legt in Geist und Sinn,
wer daraus zieht für sich Gewinn,

der wird sich wundern dann am Ende,
wie Täter schaffen selbst die Wende
vom Menschsein zur Unmenschlichkeit,
von Toleranz zur Grausamkeit.

Im Rausch der Mob der Straße ist,
weil Trump sich nicht zu schade ist,
Pandoras Büchse rauszuholen,
als Präsident ganz unverholen

den Freibrief für Gewalt zu geben,
anstatt zu schützen jedes Leben.
Wer zündelt mit der Menschen Wut,
der ist als Präsident nicht gut.

Zum Glück er wurde abgewählt,
das ist das Einzige, was zählt.
Wo's Spaltung gab, Entzweiung nur,
da hoff ich auf Versöhnung pur.

Denn Spalten scheint mir immer leicht,
es braucht nicht lang, bis man's erreicht.
Zusammenführen - das braucht Zeit
und Herzen, die dazu bereit.

Bei manchen Präsidialgestalten
muss man ganz tief die Luft anhalten,
weil sie nur Macht und Einfluss nützen,
um ihre Bürger nicht zu schützen -

nicht vor Corona, nicht vor Lügen;
sie selbst tun ja die Welt betrügen
und reißen Menschen ins Verderben.
Die Armen sind dann meist die Erben,

die sich nicht wehren können halt,
wenn's egoistisch wird und kalt,
weil ausgegrenzt und ausgesetzt
sich keiner mehr dem widersetzt,

dass Menschen über Leichen gehen.
Ich kann das einfach nicht verstehen.
Was sind wir häufig doch für Narren,
dass wir in solchen Trends verharren.

Der Aussatz hat heut andre Namen:
Der Hass, der passt in diesen Rahmen,
Intoleranz, Rechthaberei,
der Mitmensch wird dann einerlei.

Ja, solcher „Aussatz“ soll verschwinden,
das tun wir allen Menschen künden.
Die Zukunft steht noch in den Sternen,
doch heute wollen wir schon lernen,

auf alle Menschen zuzugehen,
ja, grad auf die, die abseits stehen,
die ausgesetzt sind und in Nöten -
die Menschlichkeit geht doch sonst flöten.

Denn alle Menschen zu befreien
und sie zu lehren das Verzeihen,
Jesus kam mit neuem Denken
und wollte wahres Leben schenken.

„Menschen“ sollen wir doch werden;
dazu kam ER doch auf Erden,
dass wir begreifen, was ist richtig,
und dass Gott jeder Mensch gleich wichtig.

Ich fass' für euch noch mal zusammen,
für alle, die zur Messe kamen:
Von Aussatz hat uns Gott befreit,
von Sünde, Tod und allem Leid.

Das sollen wir den Menschen sagen
in guten wie in bösen Tagen.
Wir können darum fröhlich sein,
in frohen Jubel stimmen ein.

In Oscheff hier das Jahresthema,
das kennt inzwischen ja ein jeder:
„Mit Zuversicht...“ - so ist das Wort -
„...in die Zukunft“ hier am Ort.

Und nicht nur hier braucht's Zuversicht,
denn Zuversicht ist Christenpflicht.
So woll'n auch wir in der Pfarrei
Zukunft gestalten - einerlei,

welch Schwierigkeiten uns erwarten.
Es gilt schon bald, gut durchzustarten.
Wenn Abstandregeln nicht mehr gelten,
erschließen sich uns neue Welten.

Geprägt von Hoffnung, Suchen, Fragen,
das Miteinander woll'n wir wagen,
dass keiner ausgesetzt mög' bleiben,
wir unnötig uns nicht zerreiben.

Statt Aktionismus, Hysterie
in dieser schweren Pandemie,
der Weg heraus uns leichter fällt,
wenn etwas andres bei uns zählt:

Mit Hoffnung und mit Zuversicht,
das sag ich heut ganz einfach, schlicht,
wir Schwierigkeiten überwinden -
das wollen wir den Menschen künden.

Drum soll'n in diesen Narrentagen
wir Menschen wirklich Freude wagen,
auch wo Corona diese Welt
noch fest in seinen Fängen hält.

Und wenn euch das nicht möglich ist,
gibt es für euch 'ne neue Frist:
Die Fastenzeit wird Freudenzeit!
Macht eure Herzen dafür weit!

Das sag ich allen - gebt mal Acht! -
die vor- und nach- und quergedacht,
den Guten, Frommen, die fast heilig,
auch denen, die' s nicht haben eilig:

Es gibt doch Grund zur Fröhlichkeit
und noch viel mehr für Menschlichkeit.
Für den, der an den Herrgott glaubt,
ist Lachen jederzeit erlaubt!

Auch wenn wir Priester allenthalben
für uns das letzte Wort behalten,
lad‘ ich euch ein, ihr Herrn und Damen,
ruft ihr das letzte Wort! Sagt: „AMEN!“

Georg Klar, Pfarrer

Nicht alle werden an Allerheiligen bei unseren Andachten auf dem Friedhof dabei sein können oder daran teilnehmen wollen.
Für die persönliche Gestaltung eines Totengedenkens zuhause (in der Familie) oder bei einem Besuch auf dem Friedhof hier einige Materialien zum Verwenden!
Egal, wo wir an diesem Tag sein werden oder wo und wie wir unserer Toten gedenken, wir bleiben mit unseren Lieben über den Tod hinaus verbunden.
Ein tröstlicher Gedanke.

Bleibt behütet und gesund!
Ihr und Euer Pfarrer Georg Klar

Allerheiligen - Allerseelen

Allerseelen

Friedhofsgang

Vorschlag aus Bessenbach

Gebet zum Totengedenken

Gebete in der Corona-Krise

Klicken Sie hier, um einen „Gottesdienst zum Mitnehmen“ herunterzuladen.

Von Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier)

Jesus, unser Gott und Heiland,
in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt
kommen wir zu Dir und bitten Dich:

für die Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert wurden und erkrankt sind;
für diejenigen, die verunsichert sind und Angst haben;
für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind
und sich mit großem Einsatz um die Kranken kümmern;
für die politisch Verantwortlichen in unserem Land und weltweit,
die Tag um Tag schwierige Entscheidungen für das Gemeinwohl treffen müssen;
für diejenigen, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen;
für diejenigen, die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen;
für die Menschen, die Angst haben, nun vergessen zu werden;
für uns alle, die wir mit einer solchen Situation noch nie konfrontiert waren.

Herr, steh uns bei mit Deiner Macht,
hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen.
Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts,
der Solidarität und der Sorge füreinander.
Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen.
Stärke in allen die Fantasie, um Wege zu finden,
wie wir miteinander in Kontakt bleiben.
Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind,
um uns in der konkreten Begegnung als betende Gemeinschaft zu erfahren,
so stärke in uns die Gewissheit,
dass wir im Gebet durch Dich miteinander verbunden sind.

Wir stehen in der Fastenzeit.
In diesem Jahr werden uns Verzichte auferlegt,
die wir uns nicht freiwillig vorgenommen haben
und die unsere Lebensgewohnheiten schmerzlich unterbrechen.

Gott unser Herr, wir bitten Dich:
Gib, dass auch diese Fastenzeit uns die Gnade schenkt,
unseren Glauben zu vertiefen und unser christliches Zeugnis zu erneuern,
indem wir die Widrigkeiten und Herausforderungen,
die uns begegnen, annehmen und uns mit allen Menschen verstehen
als Kinder unseres gemeinsamen Vaters im Himmel.

Sei gespriesen in Ewigkeit.

Amen.

 

Von Bischof Hermann Glettler (Innsbruck)

Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie
und allen Pflegenden Kraft in ihrer extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken Dir für alle, die mit vielfältigen Diensten
die Sicherheit und Versorgung unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne mussten,
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.
Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,
berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,
dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.

Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt
und dass die medizinischen Einrichtungen auch künftig
den übermäßigen Anforderungen entsprechen können.
Wir beten, dass die Zahl der Infizierten und Erkrankten abnimmt
und hoffen auf eine baldige Rückkehr zur vertrauten Normalität.

Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist ewig, Ursprung und Ziel von allem - immer liebend.
Getragen vom Frieden, der von Dir kommt, werden wir die Krise bestehen.

Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht uns bereit, offen und aufmerksam für das Leben.
Jesus, wir vertrauen auf Dich!

Heilige Maria, Mutter unseres Herrn,
und alle heiligen Frauen und Männer,
Nothelfer und Schutzpatrone unseres Landes,
bittet für uns.

Amen.

 

Ein kurzes Gebet in der Corona-Krise

“Herr, bleibe bei uns!”

Dieses ganz kurze Gebet kommt aus tiefstem Herzen.

Die Jünger von Emmaus haben diese Worte zu Jesus gesagt,
als er ihnen am Ostertag auf dem Weg von Jerusalem
zurück in ihr Dorf Emmaus begegnete
und mit ihnen über alles sprach, was sie bewegte:
über das Erleben der Kreuzigung,
über die ersten Berichte zur Auferstehung,
über ihre Verzweiflung und ihre Hoffnung.
Sie erkennen den Auferstandenen nicht,
aber weil sie spüren, dass dieser “Fremde” ihr Herz anspricht,
sagen sie zu ihm, als sie in Emmaus ankommen:

“Herr, bleibe bei uns!
Es will Abend werden.
Der Tag hat sich schon geneigt.”

Dieses kurze Gebet könnten auch wir jeden Abend um 19.30 Uhr beten.

 

Zehn Gebote zum Nachdenken und Nachmachen nach Dr. Thorsten Latzel (Frankfurt)

 1. Du sollst deine Mitmenschen lieben,

komm ihnen aber gerade deswegen nicht zu nahe.

Übe dich in „liebevoller Distanz“.

 

2. Du sollst nicht horten - weder Klopapier noch Nudeln

und schon gar keine Desinfektionsmittel oder gar Schutzkleidung.

Die werden in Kliniken gebraucht, nicht im Gästeklo zu Hause.

 

3. Die Pandemie sollte das Beste aus dem machen, was in dir steckt.

Keinen Corona-Wolf und kein Covid-Monster,

sondern einen engagierten, solidarischen Mitmenschen.

 

4. Quarantäne-Zeiten sind Auszeiten.

Das passt sehr gut in die Zeit vor Ostern.

Du solltest ruhig auf manches verzichten.

Dafür gewinnst du andere Freiheit hinzu.

 

5. Du sollst keine Panik verbreiten.

Panik ist nie ein guter Ratgeber, zu keiner Zeit.

Gesunder Menschenverstand und Humor dagegen schon.

Deshalb hör auf Fachleute. Da macht man erst mal nichts falsch.

 

6. Du solltest von „den Alten“ lernen.

In früheren Zeiten von Seuchen und Pestilenz,

als es noch keine so gute Medizin wie heute gab,

halfen Menschen vor allem ein gesundes Gottvertrauen

und durch tätige Fürsorge füreinander.

 

7. Du solltest vor allem die Menschen trösten und stärken,

die krank werden, leiden oder sterben, und auch die, die um sie trauern.

Sei der Mensch für andere, den du selbst gern um dich hättest.

 

8. Du solltest anderen beistehen, die deine Hilfe brauchen:

Einsamen, Ängstlichen, Angeschlagenen.

Oder Menschen, die jetzt beruflich unter Druck geraten.

 

9. Du solltest frei, kreativ und aktiv mit der Pandemie umgehen.

Du wirst am Ende vielleicht überrascht sein,

was sie Positives aus dir und anderen herausholt.

 

10. Du solltest keine Angst vor Stille und Ruhe haben.

Wenn diese Zeit zum Nachdenken,

zum Lesen und zu Zeit für die Familie führt,

wäre das ein guter „sekundärer Krankheitsgewinn“.

Vom 23.02.2020

Ihr lieben Schwestern, liebe Brüder,
von hinten komm’ ich heuer wieder
herein in dieses Gotteshaus,
wo ihr stets gehet ein und aus.

Vielleicht verwundert meine Kleidung,
ihr kennt mich anders aus der Zeitung,
als Arzt, als Gärtner, Bauarbeiter,
als Menschenfischer, Mönch - ganz heiter

kam ich auch mehrmals schon als Narr,
wie früher das so üblich war,
denn Narren ist's doch vorenthalten,
uns all'n den Spiegel hinzuhalten.

War öfter schon ein rechter Bengel,
doch heut - komm ich als Friedensengel.
Ihr seht's mir an, bin leicht lädiert,
mein Heil'genschein ist demoliert,

die Federn, Flügel ganz zerzaust,
bin dennoch zu euch hergesaust.
Als Friedensengel hat man's schwer:
am Hass der Welt, da leid ich sehr.

Und  dennoch, liebe Schwestern, Brüder,
die Faschingszeit, die herrscht nun wieder.
Auch wenn in Hanau, ganz beklommen,
man dort der Freud' das Recht genommen,

so demonstriert man deutschlandweit
in diesen Tagen Heiterkeit.
So kam auch unser Bürgermeister,
der Engler Horst, jawohl, so heißt er,

als Nemo-Fisch beim Gaudiwurm.
Es nützte nichts beim Rathaussturm!
Man fing uns beide, Horst - nun gut.
Dir ein Applaus und frohen Mut...!

Ob Fasching, Fastnacht, Karneval,
dahinter steckt doch allzumal
des Menschen Wunsch, trotz vielem Leiden
das Böse aus der Welt zu treiben.

So haben diese tollen Tage
der Welt ganz Wichtiges zu sagen:
Ihr lieben Christen, hört mir zu!
Auch heut' lass ich euch nicht in Ruh.

In Reimen werd’ ich wieder dichten,
um so die Botschaft auszurichten,
die Jesus uns gegeben hat,
damit wir geh’n auf Gottes Pfad.

In Oscheff hier das Jahresthema,
das kennt inzwischen doch ein jeder:
Die „Herzenssache Mainaschaff“,
die weckt uns all aus unserm Schlaf.

Denn wenn das Herz wird hart wie Stein,
dann wird es uns nicht möglich sein,
Gemeinschaft hier am Ort zu leben,
dann wird die Welt von Hass erbeben.

Am Mittwoch haben wir's gesehen,
welch Dinge können dann geschehen.
Wenn wir nicht wach durchs Leben wandeln,
bestimmen Andre unser Handeln.

Ja, wach zu sein ist Christenpflicht,
dass böse Geister haben nicht
am End' die Überhand gewonnen,
und zwischen Fingern uns zerronnen

die Herzlichkeit, Großzügigkeit,
die Toleranz und Menschlichkeit.
Wo Menschen Hass und Feindschaft schüren,
da gilt's beizeiten sich zu wehren,

da müssen wir zusammenstehen
einander helfen hinzusehen,
dass wir gemeinsam Sorge tragen,
dass keiner muss vor Angst verzagen.

Drum reden wir nicht drum herum -
'ne Wucht, dies Evangelium!
Wir wissen schnell, worum es geht,
und ahnen auch, wie’s um uns steht.

Wir sollen unsre Feinde lieben,
nicht nur die Nächstenliebe üben.
Den Feind zu lieben - ist das möglich?
Ist dies Bemühen nicht vergeblich?

Ist das nicht ein Verrat am Guten,
wenn wie in Hanau Menschen bluten?
Muss man nicht bieten seine Stirn,
wenn da ein Mann mit krankem Hirn

elf Menschen tötet, hasserfüllt,
und wenn die braune Menge brüllt,
dass die Migranten sind selbst schuld?
Das überfordert die Geduld!

Wie viel Verblendung gibt es doch!
Sie gab es immer - jetzt jedoch
ist wieder mal ein Maß erreicht,
dass mir das Herz wird schwer, nicht leicht.

Statt wie in Hanau Tod und Schrecken,
die rechten bösen Geister wecken,
da woll'n wir lieber hier auf Erden
einander doch zum Segen werden.

Doch meint die Feindesliebe auch:
dahinterschaun - ein guter Brauch -
ich frage mich, nun gebt mal acht:
wer hat den Feind zum Feind gemacht?

Wer ist ins Hirn da eingedrungen?
Welch' Teufel hat den Mann gezwungen,
so blind und grausam dort zu handeln,
statt menschlich durch die Welt zu wandeln?

Ich glaub', der Grund, der liegt viel tiefer,
der liegt im rechten Ungeziefer.
Verzeiht mir dieses harte Wort,
doch muss erlaubt sein hier am Ort,

die Ding' beim Namen mal zu nennen
Denn die durch unsere Straßen rennen,
die blind für Mensch und Menschlichkeit,
verlieren die Barmherzigkeit,

und töten dann, erschießen noch
die Mutter und sich selbst - jedoch:
die haben's letztlich nicht erdacht,
zu Tätern wurden sie gemacht.

Denn hinter jedem Missetäter,
das weiß inzwischen doch ein jeder,
da stehen andre, die verführen
zum Hass durch feige Hintertüren.  

Der Till von Mainz, der hatte Recht,
als er am Freitag gar nicht schlecht
bei „Mainz bleibt Mainz“ tut resumieren -
ich darf fast wörtlich ihn zitieren:

„Und wo ich immer mehr erschrecke,
das sind die Reden von Björn Höcke.
Denn wenn ich schließ die Augenlider,
hör ich die alten Nazis wieder.

Wo man Moscheen gar beschießt
und Judenhetze wieder sprießt.
Man wird’s ja wohl noch sagen können,
doch gilt's die Urheber zu nennen.

Die AFD, Rechtspopulisten,
den Gauland, den Nationalisten,
sein „Vogelschiss“ der gift'ge Mist
von Erfurt und von Hanau ist.“

Dem klugen Wort, dem stimm ich zu,
und füge auch noch selbst hinzu:
Es fängt stets an mit bösen Worten,
die dann an ganz verschied'nen Orten

zu grausam-bösen Taten werden.
So ist das immer hier auf Erden.
Wer Brände legt in Geist und Sinn,
wer daraus zieht für sich Gewinn,

der wird sich wundern dann am Ende,
wie Täter schaffen selbst die Wende
vom Menschsein zur Unmenschlichkeit,
von Toleranz zur Grausamkeit.

Ja, bei der AFD gibt's Menschen,
die lieber andre ganz ausgrenzen.
Sie schüren Ängste und verführen,
weil sie schon „Überfremdung“ spüren.

Das christlich Abendland zu retten,
sei'n sie gekommen. Doch wetten?
Wenn unsre Kirch' mal Hilfe braucht,
dann sind sie ganz schnell abgetaucht.

Die Kirche soll kein Geld bekommen,
drum ruf ich zu all unsern Frommen:
Ihr solltet gut euch überlegen,
wem ihr im März die Stimm' wollt geben!

Ich misch bei Wahlen mich nicht ein,
doch dieses offne Wort muss sein!
Die Uhr hat fünf vor zwölf geschlagen,
drum will ich es ganz offen sagen:

Wer wählt die Rechten aus Protest,
um abzustrafen nur den Rest,
der muss ab heut sich überlegen,
wes Geist er da die Hand gegeben.

Wir merken doch, wer mitmarschiert
und welcher Ungeist da regiert.
Intoleranz, Hartherzigkeit
und auch die Fremdenfeindlichkeit,

dem standzuhalten obendrein,
darf man nicht wischi-waschi sein.
Bei Hass und Hetze - mit Verlaub -
da hört die Meinungsfreiheit auf.

Doch Vorsicht, Georg, sag ich mir,
Besonnenheit ist eine Zier.
Denn auch in unsrer Kirche - nein -
da ist nicht alles gut und fein.

Du, Papst Franziskus, Freund und Bruder,
seit sieben Jahr'n bist du am Ruder
des Schiffleins, das sich Kirche nennt.
Du führst es gut und kompetent

durch diese turbulenten Zeiten -
und eines kann man nicht bestreiten:
Du lässt dir auch bei Sturm und Wellen
Humor und Freude nicht vergällen.

Seit du im Amt bist, schwärmst du schon
von deiner Kirchenvision,
und willst in eindrucksvollen Bildern
uns deine Vorstellungen schildern:

So wie ein Lazarett im Feld
siehst du die Kirche in der Welt.
Sie soll die vielen Wunden heilen
und stets das Schicksal derer teilen,

die sich im Lebenskampf verletzen,
soll sich bewusst zu denen setzen,
die krank sind und auf Hilfe hoffen,
ganz einfühlsam und gut und offen.

Gerade diese Offenheit
erwartest du nicht nur im Leid.
Sie muss das Markenzeichen sein
für unsre Kirche allgemein.

Du nennst sie gern ein Haus mit Türen,
die alle in die Freiheit führen.
Die Kirche, die sich das nicht traut,
die hohe Mauern um sich baut,

die liegt - meinst du - gewaltig schief,
erstickt an ihrem eignen Mief.
Natürlich siehst du auch ganz klar:
Da draußen lauert die Gefahr.

Wer auf die Straße geht, riskiert,
dass ihm im Freien was passiert,
dass er dort einen Unfall baut.
Doch dir sei - sagst du oft und laut -

eine verbeulte Kirche lieber,
als eine, die die schweren Schieber
an ihren Toren fest verschließt,
und sich das Leben selbst vermiest.

Den Aufbruch und ganz viel Bewegung
willst du - statt Christen ohne Regung,
die keinen Schritt zum andern wagen,
und nur die böse Welt beklagen.

Franziskus, das tut wirklich gut,
dass du mit Phantasie und Mut
uns neue Kirchenbilder schenkst,
und nicht in alten Bahnen denkst,

dass du ganz frische Worte findest,
verbrauchte Floskeln überwindest.
Doch nun scheint deine Kraft zerrieben.
Wo ist denn nur dein Mut geblieben?

Denn jetzt, dein Amazonas-Schreiben
das blieb doch wirklich sehr bescheiden.
Ja, auch für Päpste scheint es schwer,
den Feind zu lieben, der kommt quer,

wenn Gegenwind weht ins Gesicht.
Ich will nicht, dass dein Mut zerbricht
am Widerstand von Gerhard Müller,
von Rainer Wölki und, noch schlimmer,

von alten Papst, dem Benedikt,
der Bücher auf den Markt nun schickt,
um die Reformen aufzuhalten
dass möglichst alles bleibt beim Alten.

Doch von den übertrieben Frommen
kann keine frohe Botschaft kommen!
Es braucht jetzt Mut, Entschiedenheit,
Veränderung und neue Zeit.

Am Zölibat starr festzuhalten,
an vielem Überkommnen, Alten -
das hilft der Kirche doch nicht viel,
Erneuerung ist unser Ziel.

Drum sei, Franziskus, heut gesagt,
aus Liebe sei mein Wort gewagt:
Mein Wunsch an dich ist: Bleib dir treu!
Denn das ist mir nicht einerlei!

Geh deinen Weg beharrlich weiter,
und suche dir genügend Streiter,
die mutig deinen Traum verfechten -
von einer ehrlichen und echten

und armen Kirche, die sich gern
bewegt auf Spuren ihres Herrn.
Du sollst auch deine Feinde lieben,
doch nirgendwo steht da geschrieben,

dass man zu allem Ja und Amen
zu sagen hat in Gottes Namen.
Vielmehr auf Hoffnung wir jetzt setzen.
Du wirst uns sicher nicht verpetzen,

wenn nun auch wir den Weg gehn weiter,
entschieden und gelassen-heiter,
den Weg der Liebe und der Güte,
die uns beschützt - und Gott verhüte,

dass wir in Ängstlichkeit verfallen.
Wir öffnen unsre Türen allen,
die Freiheit suchen und den Frieden,
den Jesus uns doch all beschieden.

Kein Aug um Aug, kein Zahn für Zahn,
keine Vergeltung - das macht lahm.
Stattdessen wollen wir vergeben,
mit Güte eine Antwort geben.

Drum wenn in diesen Narrentagen
die Menschen helle Freude wagen,
wo oft das Böse diese Welt
so fest in seinen Fängen hält,

dann gibt’s doch Grund für Fröhlichkeit
und noch viel mehr für Menschlichkeit.
Die Freude ist es, die sich regt
und Kirche in die Zukunft trägt.

Das sollten wir den Menschen sagen
in guten wie in bösen Tagen.
Mit einer solchen Zuversicht
heb ich voll Hoffnung das Gesicht,

will mit euch allen fröhlich sein,
als Friedensengel stimm ich ein:
Der Frieden lässt sich nie erzwingen,
doch mit viel Menschlichkeit erringen.

Die Priester, Pfarrer allenthalben
woll'n gern das letzte Wort behalten,
doch ich lad‘ ein, ihr Herrn und Damen,
ruft ihr das letzte Wort! Sagt: „AMEN!“

 Georg Klar, Pfarrer

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