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Predigtgedanken 2. Sonntag i.J. (C)

Predigt_Fest_der_Heiligen_Familie_2021.pdf

Wellenbrecher_-_Predigt_1_Weihnachtstag_2021.pdf

Flyer Familien Advent 2021 001

Predigt und Gottesdienst zum Erntedankfest 2021

Liebe Buben und Mädchen, meine liebe Schwestern und Brüder!

Wer gehört zu uns? Diese Frage ist so alt wie die Menschheit. Seit Menschen in Gemeinschaften und Gruppen, in Stämmen und Völkern zusammenleben, haben sie sich diese Frage gestellt: Wer gehört zu uns? Und wer gehört nicht oder noch nicht oder nicht mehr zu uns?

Auch in den biblischen Texten des heutigen Sonntags spüren wir diese Frage: Wer gehört eigentlich zu uns? Hinter dieser Frage steckt die Sorge, wir würden die Identität unserer Gemeinschaft verlieren, wenn auch „die anderen“ dazu gehörten: also jene, die anders aussehen, anders reden, eine andere Sprache sprechen, woanders herkommen, anders denken und fühlen, einer anderen Konfession oder gar anderen Religion angehören, die vielleicht andere Vorstellungen vom Leben oder Zusammenleben haben, einfach all jene, die „anders“ sind als „wir“.

Wer gehört zu uns? Wer soll und wer darf dazugehören? Immer wird diese Frage unterschiedlich beantwortet - auch in unserer Kirche. Wer gehört dazu? Gehören nur die zu uns, die regelmäßig in den Gottesdienst gehen, oder auch jene, die nur ab und zu kommen? Gehören nur die zu uns, die sich irgendwie bei uns in der Pfarrgemeinde oder Kirche engagieren (und dafür sind wir sehr dankbar!) oder auch jene, die sich damit eher zurückhalten? Gehören nur die zu uns, die Kirchensteuer zahlen, oder auch jene, die aus der Kirche ausgetreten sind?

Natürlich nicht alle, aber eben doch viele, die aus steuerlichen Gründen aus der Kirche austreten, fühlen sich dennoch weiterhin Gott und dem Glauben an ihn verbunden, sie versuchen, ihren Glauben im Alltag zu leben, sie engagieren sich für andere, sie tun ebenfalls oft Gutes und kommen dann und wann auch wieder zurück. Sollen wir ihnen am Ende ihres Lebens etwa wirklich ein christliches Begräbnis verweigern, nur weil sie ihre Kirchensteuer nicht mehr zahlen? Ich jedenfalls kann das nicht!
Und sollen wir sie wirklich einfach vom Empfang der Sakramente ausschließen? Noch immer muss ich bei einer Wiederaufnahme ein bischöfliches Dekret verlesen, dass nun die Exkommunikation zurückgenommen wird, eine Handlung, die mich jedes Mal mit Unbehagen erfüllt.

Den Kirchenaustritt festzumachen am Geld - ist es wirklich das, was Jesus uns raten würde? Zu den Aposteln sagt er jedenfalls: „Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns!“ Dies führt wohl in eine andere Richtung. Damit wir uns nicht falsch verstehen, meine lieben Schwestern und Brüder: jeder Austritt aus unserer Kirche schmerzt mich und macht mich traurig, denn eben nur mit der finanziellen Unterstützung vieler Mitglieder kann unsere Kirche, kann auch unsere Pfarrgemeinde ihre vielen und auch vielfältigen Aufgaben in Gesellschaft und Welt erfüllen, gerade im sozialen Bereich, was doch wieder letztlich allen Menschen zugute kommt und zwar ganz unabhängig von ihrer Kirchenzugehörigkeit.

Das ist und war schon immer das Prinzip der Caritas, auch in der Caritas vor Ort, in Mainaschaff in unsrer Johannes-Gemeinschaft. Darum sind wir heute in der Kollekte eingeladen, für die Arbeit der Caritas das zu geben, was uns möglich ist. Und ich sage jetzt schon für Ihre Gabe ein ganz herzliches Vergelt's Gott - wie auch allen die Kirchensteuer und Kirchgeld bezahlen. Wir sind genauso darauf angewiesen wie die Menschen, die uns anvertraut sind.

Unsere Kirche muss jedoch bescheiden und demütig werden und dabei von jeder Art von Selbstherrlichkeit und übergroßem Stolz Abschied nehmen, damit nicht noch mehr Menschen der Kirche den Rücken kehren, weil sie nicht mehr glauben können, dass sich unsere Kirche erneuern kann und wirklich will. Wohin die Reise geht in unserer deutschen Kirche, das vermögen wir wohl noch gar nicht zu sagen. Das, was die Bischöfe uns Seelsorgern nahe legen, nämlich in Kontakt zu bleiben mit all jenen, die ihren Austritt erklären, das tun wir in unserer Pfarrgemeinde schon seit langem. Jedem einzelnen schreiben wir einen Brief und bieten das offene Gespräch über die Beweggründe an.
Eher seltener, aber eben doch zuweilen gibt es eine Antwort, per Email, per Brief oder auch im persönlichen Gespräch. Manchmal gibt es sogar ein Umdenken, stets aber wohl das Gefühl, nicht abgeschrieben zu sein, weil die Tür doch offen bleibt. Und dann und wann kommen Menschen zurück, weil sich ihre finanzielle Situation entspannt hat oder weil sie über einen Ärger oder eine Verletzung durch Mitglieder unserer Kirche hinweg gekommen sind. Und dann feiern wir in unserer Kirche jedes Mal ein kleines Fest.

Wer gehört zu uns? In den Augen Jesu wohl etliche mehr als wir glauben. Denn es kommt ja wohl vor allem darauf an, wie wir als Christen unser Christsein und wie die Menschen ihr Menschsein leben. An unserer Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit werden wir gemessen in dieser Gesellschaft. Darum gehören auch alle zu uns, die menschlich zu leben versuchen. Und auch jene, die die Kirche verlassen, aus welchen Gründen auch immer, für eine gewisse Zeit oder auch bis ans Ende ihres Lebens, sie bleiben Gottes Kinder. Und für uns bleiben sie darum unsere Schwestern und Brüder. Lasst uns das bitte niemals vergessen! Amen.

Pfarrer Georg Klar

Eine Kirche der Zukunft >>>

Ich träumte von einer Kirche,
zu der Menschen aller Rassen und Nationen gehörten,
viele Völker, Priester und Laien,
einfache Menschen und Gebildete -
nicht gegeneinander, sondern miteinander, füreinander.
In ihr waren die Worte "ich", "er", "sie", "ihr", "die" Fremdworte.
"Du" und "Wir", das war die Umgangssprache,
so gingen sie miteinander um.

Ich träumte von einer Kirche,
in der sich nicht einer vom anderen bedienen ließ,
sondern wo alle einander dienen wollten.
Da sprachen sie offen,
nicht übereinander, sondern miteinander,
brüderlich, nicht herrlich,
einfach so, weil's um die Sache Jesu ging.

Ich träumte von einer Kirche,
da überließen sie die Seelsorge nicht nur dem Priester,
da sorgten sich alle mit - alle für alle Menschen.

Ich träumte von einer Kirche,
in der schlug niemand auf den Tisch,
da schlugen alle auf die eigene Brust,
da wuschen sie sich nicht die Köpfe, sondern die Füße,
da war man ein Herz und eine Seele,
Salz, das die Welt genießbar macht,
eine kleine Herde, selbstbewusst und siegesgewiss,
Licht verbreitend in die Dunkelheit der Welt,
weil's um die Sache Jesu ging.
Und die Sache Jesu, das sei ihre Zukunft - sagten sie.
Ich erwachte - und ich sah eine Kirche,
in der vieles, fast alles, nicht so ist.
Ich verzweifelte, resignierte,
wollte zurück in meine Traumwelt -
da wurde ich belehrt:
"Dein Traum ist alt, 2000 Jahre alt,
aufgeschrieben von Markus und Matthäus,
Lukas und Johannes, Paulus und Petrus,
in vielen Kapiteln und Versen."

Und ich sah:
Mein Traum stand da geschrieben:
"Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe."
Und ich begriff:
Träume lassen leben,
für Träume lässt's sich leben.

(W. Schumacher)

Liebe Schwestern und Brüder!
In unserer Diözese wird derzeit viel von der „Pastoral der Zukunft“ gesprochen. Da werden Pastorale Räume umschrieben und das Gebiet, in dem wir unser kirchliches Leben gestalten und organisieren wird größer.

Leitete bisher ein Pfarrer eine Gemeinde, werden es immer mehr Gemeinden, für die er zuständig ist. Hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen lernen, dass der Blick nicht an der Kirch-turmspitze endet. Das kirchliche Leben im Schatten mehrerer Kirchtürme will gesehen und gestaltet werden. Die PGR-Wahlen im kommenden Jahr werden auch schon in Zusammenarbeit mit den Nachbarpfarreien vorbereitet.

Es bewegt sich gerade viel in der „Pastoral der Zukunft“. Und es fordert von uns, von jeder und jedem einzelnen von uns viel ab. Es wird sich vieles ändern. Und doch, wird nicht alles neu. Dieser Text vom „Traum der Kirche“ ist mir schon vor vielen Jahren zugefallen. Und noch immer hat er an Aktualität nicht verloren.
Der Traum der geschwisterlichen Kirche:

Der Traum, dass es in der Kirche kein Oben und Unten gibt, auch wenn schon die Jünger sich damals darüber gestritten haben, wer der Größte unter ihnen sei,
der Traum, dass wir uns unserer Unzulänglichkeiten bewusst sind und im Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit um Vergebung bitten können,
der Traum, dass wir alle - ob alt, ob jung, ob Frau, ob Mann, ob Hauptamtlich, ob Ehrenamtlich, ob alteingesessen, ob neu zugezogen,
der Traum, dass wir alle eine Gemeinde Jesu sind,
der Traum, dass Jesu Frohe Botschaft in unserm Tun und Reden lebendig wird - auch heute.

Vor 800 Jahren gab es auch schon einen, der diesen Traum geträumt und gelebt hat: Franziskus von Assisi. Nach einem Leben in Saus und Braus begann er nachzudenken, begann er zu erahnen, was es bedeutet : als Christ dem armen Christus zu folgen.

Er entdeckte, dass er Gott nicht bei den Reichen, den Großen, den Starken findet, sondern bei den Armen, bei den Kleinen, bei den Schwachen - bei denen, die die Hände leer und offen haben, nicht voll und festhaltend.

Er fand Jesus, den menschgewordenen Gott, im kleinen Kind von Betlehem und in dem Leidenden am Kreuz. Er fand ihn in den Menschen, die er Brüder und Schwestern nannte - und denen er selbst zum Bruder wurde. Seine Brudergemeinschaft nannte er den Orden der „fratrum minorum“ - der minderen Brüder.

Für meine Gemeinschaft, den Dillinger Franziskanerinnen, ist dieser Bruder Franziskus ein lebendiges Vorbild. Natürlich ist es nicht immer so einfach, solchem Vorbild nachzueifern. Gott sei Dank hat Franziskus am Ende seine Lebens zu seinen Brüdern und Schwestern gesagt: „Ich habe das meine getan. Was euer ist, möge euch Christus lehren.“
Franziskus sah sich selbst nicht als der große Macher, nicht als der, der genau weiß, wie Nachfolge geht. Er ist seinen Weg gegangen. Und er traut uns allen zu, uns Franziskanerinnen aber auch Ihnen, euch, jedem und jeder einzelnen, die sich von Jesus ansprechen lassen, den persönlichen Weg der Nachfolge zu gehen - offen, bereit und vertrauend wie das Kind, das Jesus in die Mitte stellt. Und dann kann etwas vom Traum lebendig werden. Jetzt, heute und hier. Denn wie heißt es am Ende dieses Traumes:

„Und ich sah: Mein Traum stand da - in der Bibel - geschrieben: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Und ich begriff: Träume lassen leben - für Träume lässt es sich leben!“

- Sr. Isabel Westphalen OSF -

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Lesung aus dem Buch Exodus (16, 2-4.12-15)

In jenen Tagen murrte die ganze Gemeinde der Israeliten in der Wüste gegen Mose und Aaron. Die Israeliten sagten zu ihnen: Wären wir doch im Land Ägypten durch die Hand des Herrn gestorben, als wir an den Fleischtöpfen saßen und Brot genug zu essen hatten. Ihr habt uns nur deshalb in diese Wüste geführt, um alle, die hier versammelt sind, an Hunger sterben zu lassen. Da sprach der Herr zu Mose: Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen. Das Volk soll hinaus gehen, um seinen täglichen Bedarf zu sammeln. Ich will es prüfen, ob es nach meiner Weisung lebt oder nicht. Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sag ihnen: In der Abenddämmerung werdet ihr Fleisch zu essen haben, am Morgen werdet ihr satt werden von Brot und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr, euer Gott, bin. Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager. Als sich die Tauschicht gehoben hatte, lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde. Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war. Da sagte Mose zu ihnen: Das ist das Brot, das der Herr euch zu essen gibt.

Aus dem Evangelium nach Johannes (6, 24-35)

In jener Zeit, als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger am Ufer des Sees von Galiläa waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafárnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierhergekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird! Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Sie sagten zu ihm: Welches Zeichen tust du denn, damit wir es sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du? Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Predigtgedanken

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein!“ hat Jesus einmal gesagt. „Aber auch nicht ohne!“ hat Karl Marx im vorletzten Jahrhundert ergänzt. In der Tat, von frommen Worten allein kann kein Mensch leben. Was also steckt hinter den Worten? Was steckt hinter den biblischen Geschichten?

Die Leute laufen Jesus nach - kein Wunder! Denn wenn einer Brot aus dem Ärmel schüttelt, dann wird er auf Schritt und Tritt verfolgt. Da muss man dabei sein. Endlich ist mal was los. Es klingt fast ärgerlich: „Rabbi, wo warst du? Rabbi, wo bleibst du?“ Rabbi hier, Rabbi da! Nur: was suchen die Leute denn da eigentlich? Brot aus dem Ärmel? Ein Wunder?

Wir Menschen suchen manchmal Wunder. Ja, oft brauchen wir sogar ein Wunder. Ich denke da an kranke Menschen, die sich an einen Strohhalm klammern. Sie sehen ihn nicht, sie fühlen ihn nicht, aber er hält und stützt sie. So wie ein lieber Freund. Dieser Strohhalm der Hoffnung geht mit in den Schlaf in der Nacht und am Morgen steht er mit auf. Wenn er zerbricht, ist es vorbei.

Wunder - eine letzte Rettung. Wenn alles andere schon versagt. Wo bleibt der, der das Brot des Friedens bringt, der die Freiheit verkündet, der für Sicherheit sorgt? Wo bleibt der, der alles gut macht? Nicht irgendwann, sondern jetzt!? Jesus hatte 5000 Menschen zu essen gegeben. Fünf Brote und zwei Fische haben gereicht. Und sogar 12 Körbe waren übrig geblieben. 12 Körbe Brot, 12 Körbe Leben. Dann aber geht Jesus weg. Er lässt die Menschen mit einer Erfahrung zurück, die sie reich macht: Sie haben das Brot geteilt, und es wurde immer mehr in ihren Händen. Sie haben es gesehen, sie haben es gespürt: Jesus verkündigt ihnen Gottes Reich. Er teilt mit ihnen Gottes Reich. Er teilt mit ihnen - sein Wort und sein Brot.

Dann zieht sich Jesus zurück. Eigentlich müssten jetzt ja alle mit der neuen Erfahrung ein ganz neues Leben für sich und andere entdecken. Viele Tausende, stellvertretend für alle Menschen, haben Brot genommen und Brot gegeben, sie haben sich Nähe geschenkt und in die Augen gesehen. Aber dann: „Rabbi, wo bleibst du?“ Was sich wie die Sehnsucht anhört, Jesus immer für sich zu haben, wird dann tatsächlich zu der Verheißung, bei ihm das Leben zu finden. Für Jesus ist die Frage Anlass genug, um von dem anderen Brot zu reden, von dem Brot aus dem Himmel, von sich selbst.

Er sagt: „Das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.“ Die Erfahrung, die all diese Menschen gemacht haben, weist jetzt hin auf das Leben, dass nur von Gott kommen kann. Wir kommen an die Grenzen unserer Worte und Ausdrücke. Wir reden dann von „ewigem Leben“, vom „wahren Leben“. Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben“. Wir verstehen das schon richtig: über das Essen und das Trinken geht das weit hinaus - es ist eine große Liebeserklärung an uns Menschen. Jesus schenkt das Leben, er stiftet Gemeinschaft, er verkörpert die Liebe Gottes. Ganz und gar. Ungeteilt. Ich bin das Licht der Welt. Ich bin der gute Hirte. Ich bin der Weinstock. Ich bin der Weg. Ich bin das Leben. Ich bin der „Ich bin da!“, jener alte Namen Jahwes, den er schon dem Mose offenbart hatte.

„Ich bin das Brot des Lebens.“ In diesem Wort steckt eine große Kraft: die Kraft, mit anderen Menschen Hoffnungen zu teilen, Verständnis zu finden und das Wort zu sagen für die Menschen, die nichts mehr sagen können. Die es, die sich schon aufgegeben haben. Es braucht Liebe und Barmherzigkeit. Die Liebe muss über allem stehen und auch die Barmherzigkeit. Ohne sie kann unsere Kirche die frohe Botschaft Jesu nicht glaubhaft weitersagen und das Brot der Hoffnung mit den Menschen teilen. Die Ferien- und Urlaubszeit - sie scheint mir eine gute Gelegenheit zu sein, dieses Brot-Entdecken und dieses Brot-Teilen neu einzuüben. Von Herzen wünsche ich uns allen eine entspannte und entspannende Zeit, damit wir uns dann mit neuer Kraft wiederum unseren Aufgaben widmen können. Dies waren nun also vorerst meine letzten „Gedanken zum Sonntag“. Mal sehen, ob und wie es damit nach den Ferien weitergeht. In jedem Fall seid Ihr ja stets zu unseren gemeinsamen Gottesdiensten in der Kirche eingeladen. Herzlich willkommen!

Ihr und Euer Pfarrer Georg Klar

Noch ein Text zum Nachdenken

Auf der Suche >>>18 Sonntag

Wir suchen dich, Christus, je länger, je mehr.
Wir hungern, Christus, nach dir.

Gib uns nicht Zeichen an deiner Statt.
Sie alle machen nicht satt.

Gib Feuer, Herr, nicht nur Licht in der Nacht.
Lass es brennen am Tag in uns.

Wir hungern, wir dürsten so lang, bis deine Liebe
uns satt macht und trunken vor Glück.

Hier noch zwei sehr aktuelle Vorlagen für einen Kreuzweg, den man allein oder zusammen mit seinen Lieben beten kann - zum Beispiel zuhause oder am Karfreitag hier in Mainaschaff am Kapellenberg oder auch in der Kirche. Bitte achtet dabei immer auf den nötigen körperlichen Abstand!

Corona-Kreuzweg I

Corona-Kreuzweg II

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